Eigentlich ist das Werkzeug ein Winkelschleifer, aber fast
jeder nennt es „Flex“. Sogar das Arbeiten mit diesem Gerät wird als „Flexen“ bezeichnet. Warum das so ist, erfuhr FLIESEN & PLATTEN direkt von Flex, dem schwäbischen Hersteller von Elektrowerkzeugen.


Es ist gar nicht so einfach, verlässliche Informationen über die Geschichte der "Flex" zu bekommen. Die damaligen Akteure und Zeitzeugen sind längst gestorben, viele Unterlagen verloren gegangen. Doch die Haupterzählstränge dieser Erfolgsgeschichte sind tradiert.1922 gründeten Hermann Ackermann und Hermann Schmitt in Bad Cannstatt unter ihrem Namen ein Unternehmen, das ihre eigene Erfindung herstellen und vertreiben sollte: eine Handschleifmaschi-ne namens "MS 6", deren Hauptmerkmal eine "f lex"ible Welle war. Diese Antriebs-welle war als Zwischenstück zwischen einem stationären Elektromotor und ver-schiedenen Aufsatzwerkzeugen geschaltet und für die Kraftübertragung verantwortlich. Sie gab dem neuartigen Werkzeug seinen Namen: "Flex".


Anfang der 30er Jahre wurde die Ferti-gung von Schleifmaschinen mit direktem Antrieb aufgenommen und ebenfalls unter dem Markennamen "Flex" vertrieben. Den Flex-Ingenieuren gelang es, die f lexible Welle durch ein Winkelgetriebe zu ersetzen, bei dem die Kraft über zwei Zahnräder übertragen wird. 1935 gab es bereits einen niedertourigen Winkelschleifer. Die Kriegsjahre verzögerten die weitere Entwicklung. 1954 brachte das Unternehmen dann den ersten hochtourigen Winkelschleifer unter der Typenbezeichnung "DL 9" heraus.
Wann sich die Ausdrücke "Flex" und "Flexen" so verbreiteten, dass sie in den allgemeinen Sprachgebrauch eingingen, ist nicht bekannt. Spätestens die schnell populär werdende "DL 9" führte schließlich zur Gleichsetzung des Markennamens Flex mit dem Typus Winkelschleifer, so wie Tempo dem Papiertaschentuch seinen Namen gab. 1996 benannte sich schließlich auch der Hersteller Ackermann und Schmitt nach dem Markennamen Flex um.


Die Funktionsweise der "Flex" ist bis heute im Wesentlichen gleich geblieben, auch wenn dieser Gerätetyp kontinuier-lich weiterentwickelt wurde. Moderne Kunststoffe halfen das Gewicht der ehemals gusseisernen Elektro-Werkzeuge zu verringern. Die Motorenleistungen konnten deutlich erhöht werden bei gleichzeitiger Verkleinerung der Motoren. Getriebe und Motor wurden immer besser vor Schleif- und Trennstäuben abgekapselt und dadurch langlebiger. Die Geräte wur-den zudem leiser und ergonomischer gestaltet.
Doch das ursprüngliche Prinzip des Winkelschleifers blieb immer gleich. Sogar andere Maschinentypen wie hand-geführte Poliermaschinen wurden nach diesem Prinzip entwickelt. Heute beschäftigt die Firma Flex an ihrem Standort in Steinheim/Murr rund 250 Mitarbeiter und hat zirka 100 Maschinen im Pro-gramm, davon alleine 17 verschiedene Winkelschleifer. Und bei der neuen "Vario-Giraffe WST 700 VV" kommt Flex sogar auf das Prinzip der f lexiblen Welle zurück.
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Quelle: www.flex-tools.de