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Step by Step: Lackieren von Kunststoffteilen

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  • Step by Step: Lackieren von Kunststoffteilen

    Unser Mitglied @ Astra101 hatte mal diese Anleitung für ein
    Opel Forum geschrieben.
    Er wollte sie erst nicht hier posten da sich die
    Anleitung an Hobbylackierer und Airbrusher richtet.
    Ich finde aber sie kann sich sehen lassen und
    hat auch das Recht hier bei uns zu stehen.

    Daher ist sie nun hier

    Dank geht dann aber bitte an @ Astra101





    =============================


    Hallo,

    nach langen hin und her hab ich mich mal überreden können eine Lackieranleitung mit Bildern einzustellen.

    Eins noch vorweg, bin kein Lackierer und mache dies nur als Hobby.



    Eine Anleitung für Kunststoffteile die besonders im Innenraum auf Verschönerung warten!
    Anhand der Handbremsmuldenabdeckung wird dies als Step by Step dargestellt.
    Lackiert habe ich in Z147 und Z282. (Starsilber II und Polarmeerblau)

    Als erstes zu den Materialien:

    Als Lackierpistole benutze ich für kleine Sachen eine Airbrushpistole mit der Düsengröße 0,8.
    Ideal für Ausbesserungen am Lack. (Lackkratzer)

    Allgemein für alle Teile nehme ich eine HVLP-Lackierpistole mit einer Düse von 1,4 und 1,7mm und einem Kompressor von 305 L/min Abgabeleistung.
    Die Düse 1,4mm nimmt man für Basislack und Klarlack.
    Die Düse 1,7mm für Grundierung und Füller.
    Es versteht sich natürlich von selbst, das nach jedem Arbeitwechsel, sprich Materialwechsel die Pistole gründlich zu reinigen ist. Am besten mit Nirtrouniversalverdünnung.

    Materialien:

    Lack1.JPG

    Abkürzung: KS (Kunststoff)

    1. Porenwischfüller
    2. KS-Reiniger
    3.Silikonentferner
    Entfernt in der Regel Silikonreste von zu lackierenden Flächen.
    4. KS-Grundierung
    5. KS-Füller
    6. KS-Härter
    7. Basislack
    8. Klarlack
    9. Härter für Klarlack
    10. Verdünner für Klarlack
    11. Weichmacher/Elastifizierer
    12. Naßschleifpapier 600/800/1000er ; 400er trocken
    13. Meßbecher
    14. Schleifpad fein
    15. Microfasertuch oder Küchenrolle
    16. Staubbindetuch
    17. Microfeinsieb
    18. 3M Schleifpaste
    19. 3M Maschinenhochglanzpolitur


    Um nicht ins Fettnäpfchen zu treten solltet ihr immer den gleichen Hersteller wählen, da es sonst bei einer Vermischung mit einem anderen Hersteller es zu unschönen Kontakten kommen kann.
    Sprich, die Verträglichkeit :!:



    Nun zur Vorbereitung:

    Zuerst wird das Kunststoffteil, sprich die Blende, mit KS-Reiniger gesäubert.
    Danach wird leicht mit 400er trocken oder 600er naß leicht aufgerauht und wieder gesäubert.



    1.Kunststoffreiniger.JPG



    Der Porenwischfüller, wie der Name schon sagt, füllt die Poren im Kunststoff auf und man hat somit seine erste Ebene.
    Dieser wird mit Hilfe des Microfasertuchs oder Küchenrolle aufgetragen.
    Hier mal ein Bild der Tube und dem Auftragen.


    2.Porenwischfüller.JPG

    3.Porenwischfüller auftragen.JPG




    Den Porenwischfüller aushärten lassen. Ca. 15min.

    4.1. Nahaufnahme Porenwischfüller.JPG

    Hier mal die Nahaufnahme des Porenwischfüllers, links noch ohne , rechts mit Auftrag.

    4.Porenwischfüller aushärten lassen.JPG


    Jetzt mit Schleifpad "fein" leicht abschmiergeln. Eine Staubschicht entsteht.
    Danach mit Wasser abspülen und mit Silikonentferner säubern.


    5.Schleifpad ultrafein.JPG


    Aktuallisierung: 29.04.2010

    Den Porenwischfüller kann man auch weglassen. Dann jedoch muß die hier erwähnte genarbte Struktur der Blende komplett abgeschliffen werden.
    Dies geschieht trocken mit 180/240/320 (bei mir alles von Hand). Anschließend mit 600er naß nochmal die Oberfläche schleifen sodaß die groben Schleifspuren draußen sind.
    Dann geht es wie folgt weiter:




    Jetzt wird die KS-Grundierung mit Hilfe der Airbrush aufgetragen. Nur eine ganz dünne Schicht wird mit 2bar aufgetragen.
    Nicht übertreiben, schnell habt ihr da Läufer.
    Das ganze wird ca. 20min trocknen lassen, bei ca.20°C.

    6.KS-Grundierung auftragen.JPG



    Das es sich um Kunststoff handelt und man trotz Porenwischfüller/oder konventionellem Schleifen noch Unebenheiten hat, wird nun KS-Füller/Härter aufgetragen.
    Die geschieht im Mischungsverhältnis von 1:1. Gut vermischen in einem Meßbecher und mit Hilfe eines Microfeinsiebs in den Becher füllen.
    Das Feinsieb verhindert Unreinheiten wie Staub und Dreck die in die Pistole gelangen könnten
    Mit der Airbrushpistole bei 3 bar und mit der Lackierpistole HVLP 2bar.
    1. Schicht leicht deckend spühen.


    8.KS-Fülle-Härter.JPG

    7.KS-Grundierung.JPG





    Dann ca. 5-10min ablüften lassen.
    Die zweite Schicht wird naß aufgetragen, aber nicht zu dick!



    9.Füller-Härter 1.Schicht.JPG


    Das ganze wird dann bei 20°C ca.24h aushärten gelassen oder 60°C und 30min.
    Der KS-Füller härtet nicht ganz aus wie ihr es gewohnt seid, sondern etwas gummiartig.
    Er muß ja elastsich bleiben das sich Kunststoff bewegt.



    Nach dem Trocken wird dann mit 800 oder 1000er naß geschliffen bis die Oberfläche glatt und eine Ebene bildet.
    Sprich, es darf keine Struktur von Striemen usw. mehr vorhanden sein.
    Dann wieder mit Silikonentferner unbedingt säubern!!



    11.Naßschliff nach Füller.JPG


    Dann wird der Basislack mit Hilfe eine Microfeinsiebs in den Lackierbecher gefüllt.
    Die erste Schicht wieder dünn auftragen sodaß man noch leicht den Füller erkennen kann.
    HVLP mit 2bar, Airbrush mit 3,5bar.


    13.1.Basislack.JPG



    Hier von oben noch gut die Dünne Schicht zu erkennen.

    14.1.Basislack Draufsicht.JPG


    Nach 5-10min Ablüftzeit folgt die 2.Schicht. Diemal etwas naß auftragen und deckend.

    15. 2.Basislack.JPG

    16.2.Basislack.JPG


    Dann kann man, jenachdem wie man Zeit hat, das ganze 24 Stunden trocknen lassen oder ca. 20-30min bis der Basislack matt erscheint.
    Wenn man 24 Stunden trocknen lassen will , vor dem nächsten und letzten Lackiervorgang, dem Klarlack, mit Staubbindetuch leicht abwischen.
    Bsp.:

    12.Mit Staubtuch abwischen.JPG



    Dabei aber keinen Druck auf das KS-Teil ausüben!! Nur leicht über die Oberfläche huschen!




    Jetzt kommt das Finale:
    Nach den 20-30min trocknen des Basislackes bis er matt erscheint, kommt der Klarlack.

    Die Zusammensetzung für KS-Stoffe:
    2:1:10%:20%

    Klarlack : Härter : 10% Verdünnung und 20% Elastifizierer/Weichmacher.

    Der Weichmacher spielt hierbei eine ganz wichtige Rolle. Er hält den Klarlack elastisch. Somit geht der Klarlack bei Ausdehnung im Sommer mit
    und reißt nicht!

    Unbedingt in einem Meßbecher dies 4 Materialien zusammenmischen und mit einem Holzstab gut umrühren.
    Dann wieder mit einem Microfeinsieb in den Farbbecher der Lackierpistole füllen.

    1.Schicht:
    HVLP 1,2-1,4bar : Airbrush: 1,6bar
    Dünn auftragen, sodass nur wie Perlen auf dem lackierten Teil zu sehen sind. Dies müssen ganz fein sein.


    Dann 5-10min ablüften lassen.
    2.Schicht dann naß auftragen mit 2bar (HVLP).Mit der Airbrush 4bar.
    Vorsicht, nicht übertreiben sonst bekommt man Läufer!!

    17. Klarlack.JPG





    Nach austroknen von min 3 Tagen poliere ich die Teile noch auf.
    Zuerst mit Schleifpaste polieren um gegebenenfalls Staubeinschlüsse zu beseitigen.
    Danach mit Hochglanzpolitur polieren um einen noch tieferen Glanz zu bekommen.



    18.Klarlack-Finish.JPG

    Fertig!!

    Hier noch ein paar gelackte Teile die ihr sicher kennt:
    Von der seitlichen Aufnahme erkennt man schön die glatte Oberflächen. Keine Orangenhaut!!





    Lack2.JPG

    Lack3.JPG

    Lack4.JPG


    Achtung, bei der Mittelkonsole und dem Tachorahmen wird der Klarlack in 3 Gängen aufgetragen!
    1. Gang wie gehabt, 2.Gang etwas naß aber so, das Orangenhaut entsteht! Sprich eine leichte Kraterbildung. Dann 10 Minuten ablüften lassen, am besten noch mir Pistole etwas trocknen gleich.
    3.Gang dann naß, das die Oberfläche glatt wird!!
    Grund: wegen den Innenradien, da man dort leicht Läufer bekommt!


    Lack5.JPG


    Lack6.JPG


    Hoffe nun genug Anregung zum verschönern eurer Kunststoffteilen gegeben zu haben!


    ..
    Zuletzt geändert von 2er; 09.03.2010, 20:46.

  • #2
    Die Bauteile nun im eingebauten Zustand:


    IMG_0015.JPG

    IMG_0016.JPG

    IMG_0018.JPG

    IMG_0020.JPG




    Die Lüftungsdüsen habe ich in Polarmeerblau Z282 lackiert. Passt finde ich!

    IMG_0021.JPG

    IMG_0046.JPG

    Lichtschalter.JPG

    Blenden.JPG

    Blenden1.JPG

    Frontgrill.JPG

    Kommentar


    • #3
      Respekt

      super geiler Step, schön beschrieben!

      tolle Fotos, bitte mehr davon!

      MfG
      Tom

      Kommentar


      • #4
        Klasse Beitrag

        Gruß

        Holger

        Kommentar


        • #5
          Hut ab !!!
          haste fein gemacht

          Kommentar


          • #6
            Danke, hab ich gern und mit hoffentlich gutem Gewissen gemacht.

            Gruß Daniel


            P.S.: weiter Bilder von neuen Teilen kommen in den laufenden Monaten.
            Gruß Daniel

            Kommentar


            • #7
              Kleine Frage am Rande,trifft die Beschreibung auch auf Teile von einen Roller zu.
              Da sind auch eine Menge KS-teile drann,frage deshalb weil ich vorhabe unseren Sohns Roller neu zu lackieren.



              Die Seitenteile sind glatt nur die rauh sind die meine ich.
              Er will ihn in den blau haben wie meine Schwalbe und n bischen weiss,(blau und weiss was ist das ????????????) schwarz -gelb mag er nicht )
              Mfg Paul.
              Trabant P500 bj 1960----Trabant P 600 bj 1963--Trabant P 600 K bj 1963

              ICQ nr--382-302-465

              Kommentar


              • #8
                Jop , mach mal so , passt schon

                Kommentar


                • #9
                  Ja, die Anleitung ist für Kunststoffbauteile aller Art!!

                  Gruß Daniel
                  Gruß Daniel

                  Kommentar


                  • #10
                    Super gute Beschreibung! So werde ich auch als nächste vorgehen!

                    Vorher brauche ich aber noch nen besseren Kompressor... den meiner is son billig Teil! :(

                    LG Chris

                    Kommentar


                    • #11
                      ich hoffe man darf hier antworten

                      also
                      ehm

                      zu dem punkt hier


                      Der Porenwischfüller, wie der Name schon sagt, füllt die Poren im Kunststoff auf und man hat somit seine erste Ebene.
                      Dieser wird mit Hilfe des Microfasertuchs oder Küchenrolle aufgetragen.
                      Hier mal ein Bild der Tube und dem Auftragen.
                      versteh ich irgendwie nicht

                      is es nicht so dass man die Poren ÖFFNEN soll damit des Teil die Farbe besser aufnimmt?

                      denn der Verkäufer in meinem Laden hat blöd geschaut als ich des erklärt hab
                      villeicht bi ich da auch der "fehler"faktor kann sein aber nun je
                      bitte um aufklärung

                      [/SIZE]

                      Kommentar


                      • #12
                        Sieh dir mal genau das Bild an, vorher nachher vom Auftraagen des Porenwischfüllers. Dieser Kunststoff hier hat Poren, auch Narben, Struktur genannt. Diese Zwischenräume füllt man mit dem Porenwischfüller auf. Dies ist der erste Schritt um eine Ebene, glatte Fläche zu bekommen. Darauf baut dann die Grundierung und darauf der KS-Füller auf. Der macht dir die Oberfläche eben, bzw. glatt nach dem schleifen mit 800er naß.

                        Gruß Daniel
                        Gruß Daniel

                        Kommentar


                        • #13
                          also hat ein poren wischfüller nix mit öffnung schliessung der poren zutun sondern nur ein auffüllen der "nebenräume"?

                          Kommentar


                          • #14
                            Nein, eigentlich ist der Porenwischfüller genau für folgendes da: Füllen der Poren. Zum Beispiel bei PU Schaum Spoilern, oder Pinholes in GFK -Teilen.

                            Astra hat ihn nur zweckentfremdet. Ich halte die Methode auch nicht für besonders effektiv, aber es scheint ja zu funktionieren.

                            Thomas
                            RTFM!

                            Kommentar


                            • #15
                              Was wäre denn deiner Meinung nach effektiv, vielleicht läßt sich ja noch etwas verbessern!?
                              Und wäre es nicht eine Überlegung wert kratzfesten Klarlack zu spritzen? Ich meine Teile die ständig Fingernägeln usw. trotzen müssen. Aber ich bin nicht sicher wie kratzfest dieser Klarlack ist, dazu müßten die Experten mal was sagen ... ähm schreiben.

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